Klein-Tobis Tatsachen
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Wenn die Stimme versagt, weil der Hals rauh ist ...

Liebe Leserschaft,

bitte entschuldigen Sie diesen salopp-kurz gehaltenen Kommentar am gestrigen Abend. Ich bin nun nicht der fanatische Fussball-Fan, Champions League und Bundesliga können mir gepflegt gestohlen bleiben. Aber wenn Deutschland um den WM-Titel kämpft, und dann auch noch im eigenen Land, werde ich patriotistisch, fanatisch und zum absoluten Schwarz-Rot-Gold-Anhänger.

Aber ich sage es, wie es ist: ich bin Pessimist. Und als Deutschland gestern das 0:1 gegen Argentinien kassierte, war die WM für mich vorbei. Immerhin entschieden wir uns gestern erstmals dazu, das Spiel nicht zuhause sondern in geselliger Runde und auf Leinwand bei einem kleinen Erlanger Italiener zu verfolgen. Paradox: unser Essen kam kurz nach dem 0:1 - nunja.

Aber sie alle werden, wie ich auch, diesen Fussballkrimi mitverfolgt haben ... Ausgleich, eine nicht enden wollende Verlängerung und dann das Schlimmste, das es für WM-Fan-Nerven geben kann: Elfmeterschießen. Oh weih, kann das gut gehen? Es geht gut. Lehmann hält die wichtigsten Elfer der Argentinier und unsere Jungs bomben alles rein. Die Gäste beim Italiener liegen sich in den Armen, Klein-Tobi hat Magenkrämpfe vor Aufregung und CNN.com betitelt Uns Lehmann mal eben als die Neuauflage der "Berlin Wall".

Ein kleiner, unbeugsamer und von mir favorisierter bayerischer Radiosender überträgt den Elferkrimi live. Im Stadion am Mikrofon sitzt Antenne Bayern-Sportchef Guido Hüsgen und überschlägt sich akustisch. Wenn sie sich seinen Live-Kommentar des Elfer-Krimis gegen Argentien nicht entgehen lassen wollen, finden Sie einen stimmungsvollen Mitschnitt unter dem folgenden Link (Etwas über 1 MB, Rechtsklick, Ziel speichern unter...):

..:: Guido Hüsgen (Antenne Bayern) kommentiert den Elfer-Krimi gegen Argentinien

Ihr, Klein-Torschusspanik
1.7.06 21:33


Hauen und Stechen!

Liebe Leser, die letzte Woche der Fussball-Weltmeisterschaft läuft und findet seinen ersten Höhepunkt im morgigen Halbfinal-Duell zwischen Deutschland und Italien, also Döner und Pizza. Was haben wir alle letzten Freitag gezittert, was haben wir Nerven gelassen beim Elfmeter-Krimi gegen Argentien. Noch immer liegt mir der Kommentar von Antenne Bayern-Sportchef Hüsgen im Ohr, der mit wegbrechender Stimme brüllt "Deutschland ist im Halbfinale!".

Den geneigten Fussball-Fan stellt das vor unlösbare Aufgaben. Immerhin wollten wir uns das Halbfinal-Spiel in der sympathischen Trattoria ansehen, in der wir schon letzten Freitag gezittert haben. Doch halt, wir spielen gegen die italienischen Landsleute! Ungüstig. Konfrontation. Iih.

Ungünstig? Konfrontation? Iih? Japp. Italien hat faktisch Angst vor uns. Wie ist es anders zu erklären, dass ausgerechnet die Italiener - wohlgemerkt, NICHT die Argentinier - eine Sperre für unseren Torsten Frings fordern, weil er offenbar dem Argentinier Cruz nach dem Spiel im Handgemenge die Faust an den Unterkiefer rammte? Nun gut, die Bilder mögen nicht ganz eindeutig sein und im Zweifelsfall sogar gegen Herrn Frings sprechen, man sollte aber auch nicht vergessen, dass sich die Argentinier als extrem unfaire Verlierer präsentierten, und immerhin mit der Rangelei angefangen haben.

Selbst das vermeintliche Opfer Cruz sprach in der italienischen Presse pro Allemania und erklärte, dass Torsten Frings ihn nicht getroffen hätte. Was sollen also diese schmutzigen Mittel? Können wir die WM nicht ausfechten, wie jedes andere Fussball-Turnier auch? Durch ein Spiel auf dem Platz und die anschließenden gewaltsamen Auseinandersetzungen? Muss es dreckige Presse sein? Hanoile! Also, liebe Spaghettifresser und geneigte Goleo-Verunglimpfer: setzt euch an einen Tisch, vielmehr stellt euch auf einen Platz, schießt mit dem Ball umher und wenn ihr irgendwelche Probleme habt, gebt einfach dem Schiri eins in die Fresse. Der spielt nämlich garnicht mit, der guckt nur.

Ihr, Klein-Tobsucht!
3.7.06 10:44


Spannung und Spannungen ....

Es ist Dienstag, der 4. Juli 2006: Halbfinale der Fussball-WM in Dortmund, Italien gegen Deutschland. Ohne Torsten Frings. Die FIFA hat unseren Mann also trotz strittiger Argumente gesperrt, für ihn auflaufen wird Sebastian Kehl. Die spannende Frage ist, ob das unsere Klinsmänner vor Wut anstachelt oder ob sie jetzt angeschlagen sind. Ich weiß nicht, ob ich dieses Spiel heute abend sehen will.

Vor einigen Minuten habe ich die Partie vom Computer in einem Videospiel simulieren lassen. Deutschland wird in der regulären Spielzeit mit 2:0 gewinnen nach Toren von Lukas Podolski und ... nunja ... Kevin Kuranyi. Sie sehen, ich habe nicht penibel auf alle Details geachtet.
Auch kulinarisch wirft dieser Tag Schwierigkeiten auf. Ich bin Deutscher, ich habe mir ein BILD-Tatoo aufgeklebt und eine Fahne am Auto und ich esse heute Mittag eine deutsche Currywurst. Doch halt, was ist heute abend. Nun, ich muss gestehen, da liegt noch ein Gutschein für eine Gratispizza rum, der alsbald verfällt. Wann, wenn nicht heute? Es tut mir leid, aber vertrauen sie mir, ich werde die Pizza nicht schonen.

Ein Professor einer nicht näher spezifizierten Uni hat derweil anhand historischer Daten und Zahlen und unter Zuhilfenahme komplexer Formeln ausgerechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland Weltmeister wird, bei 59 % liegt. Saubere Quote. Doch es spricht - abseits bizarrer Rechenspiele wie 54 x 74 - 1990 = 2006 - noch einiges für Deutschland. Wir haben in Dortmund noch nie verloren und wir sind in dieser WM ungeschlagen. Doch halt, wir haben bei einer WM noch nie Italien besiegt, wir haben unser letztes Spiel gegen Italien mit einer Blamage verloren. Oh weh, wie soll das enden?

Meiner Meinung nach sollte sich Torsten Frings trotzdem auf das Spielfeld stellen und mitspielen. Würde er sich die Haare schneiden, würde es wohl kein Mensch merken.
Und um noch einmal auf die FIFA zurückzukommen: ich denke, die Sperre von Torsten Frings war eine Entscheidung, die unter politischem Druck gefällt wurde. Immerhin maulten die Argentinier bereits, dass Frau Beckenbauer und Herr Merkel - pardon, andersrum - den netten Schiedsrichter aus dem Viertelfinale geschmiert hätten, damit Deutschland weiterkommt. Blasphemie, was soll der Käse? Von Herrn Beckenbauer erwarte ich solch patriotischen Taten ohnehin nicht. Immerhin sagte er erst vor wenigen Tagen, er könne sich nicht vorstellen, in einem anderen Land als Deutschland zu leben. Interessant, Herr Beckenbauer. Wo war noch gleich ihr Hauptwohnsitz? Österreich, ahja.

Mein Tipp: Wir siegen mit 2:1 nach Verlängerung.

Ihr, Klein-Tobi
4.7.06 10:57


Erwachen!

Oh weh, diese Ernüchterung - es ist vorbei. Der Traum vom Weltmeister Deutschland ist ausgeträumt, die Pizzabäcker knallten uns Sekunden vor dem Elfmeterschießen den Kasten voll. Die Fans saßen gegen Mitternacht auf den Straßen und an Hauseingängen, schüttelten den Kopf und wischten sich Tränen weg.

Meine Wenigkeit war mit Anhang beim Griechen und verfolgte das Spiel zwischen Gyros und GRIECHISCHER Pizza. Die Stimmung war gut, das Lokal sympathisch, da war die Enttäuschung dann auch nicht ganz so groß. Nach dem Motto "Shit happens, es war nur ein Spiel" traten wir dann gegen halb 12 Fahne schwenkend den Heimweg an. Es ist nur Fussball. Abseits einer WM konnte ich mich noch nie für diese Ballsportart begeistern und auch nach diesem euphorischen Fussballfest im eigenen Land werde ich damit nicht anfangen.

Merkwürdig waren aber meine Träume heute nacht. Ich träumte, heute früh in die Zeitung zu sehen und zu lesen "Last Minute-Sieg! Deutschland putzt Italien in den letzten 30 Sekunden noch ab!" oder "Spiel ungültig - FIFA ermittelt Finalist durch Elfmeterschießen!". Merkwürdig? Naja, es ist nur Fussball, es ist nur ein Spiel aber irgendwie hätte sich auch mein Unterbewusstsein über ein deutsches Finale gefreut, das leugne ich ja nicht.

Die Fahne am Auto bleibt erst einmal. Warum auch nicht? Darf ich jetzt nicht mehr stolz auf unser Land sein? Haben diese zwei Tore dieses unglaubliche Nationalgefühl weggeballert? Na ich hoffe doch nicht. Denn diese WM hat uns ein Zusammengehörigkeitsgefühl gegeben, das seines Gleichen sucht. Ich danke der Bild-Zeitung dafür, dass sie unsere deutsche Elf nicht abwatscht, ich danke ihr für die Schlagzeile "Ihr seid trotzdem Helden!". Denn vergessen sie nicht, dass dieses verdammte Revolverblatt für die innerdeutsche Meinungsmache verantwortlich ist und damit eine große Macht hat.

Was bleibt ist Ernüchterung und Enttäuschung, zweifelsohne. Was bleibt, ist aber auch das Gefühl, eine geile WM in einem geilen Land gefeiert zu haben und wenn Deutschland so genial ist, wie ich denke, geht die Party bis zum Finale noch weiter. Außerdem spielen wir doch noch um Platz 3 .... damit sind wir schon jetzt die viertbeste Fussballnation dieses Planeten .... und damit sollte sich auch der härteste Fan trösten können. Ob ich den Italienern Glück für das Finale wünsche? JA ENTSCHULDIGEN SIE MAL, BIN ICH DENN BESCHEUERT?

Ihr, Klein-Tobi
5.7.06 06:36


Deutschland ist Weltmeister!



Jaaaa, wir haben gewonnen! 3:1 gegen die Portugiesen durch zwei Hammertore und eine Nötigung zur Selbstverstümmelung durch Schweinsteiger. Was für ein Endspiel, was für ein Finale, DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!!!

Nunja, dann kam allerdings der Kommentar von ZDF-Sprecher Bela Rethy, der uns ganz nebenbei darauf hinwies, dass da ja heute abend noch ein Finale kommt. Na hoppla, da war ja noch was...

Egal, ob sich heute abend die Spaghetti- oder die Froschfresser den Weltmeister-Titel holen, die Weltmeister der Herzen sind wir, Deutschland. Ein geniales Spiel um Platz 3, ein gigantisches Feuerwerk, eine riesige Party und eine Ehrung, wie es sich für ein "kleines" Finale gehört - das war weltmeisterlich.
Deutschland hat eine WM abgeliefert und eine vierwöchige WM-Party gefeiert, die ihresgleichen sucht und heute zweifellos ihren Höhepunkt findet, wenn der sympathischste Gastgeber der Welt seine Elf heute Mittag auf der Berliner Fanmeile feiert, umrahmt von Olli Pocher und den Sportfreunden Stiller, die ihren neuen WM-Hit "54, 74, 90 2010" zum Besten geben.

Diese WM hat uns ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt, von dem wir hoffentlich noch lange zehren und an das wir uns noch lange erinnern. Denn Deutschland hat jetzt wieder einen Ruf zu verlieren. Man mag uns wieder, man schätzt uns wieder und man ist endlich wieder stolz, Deutscher zu sein.

Liebes Vaterland, das war einfach nur geil!

Ihr, Klein-Tobi
9.7.06 09:38


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